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Auf dieser Seite finden Sie einige weiterführende Informationen zur Endoprothetik.

Die zwei verschiedenen Typen der Prothetik

 Primärendoprothetik

Primärendoprothetik bedeutet der erstmalige künstliche Gelenkersatz. Die Primärendoprothetik ist ein etabliertes Verfahren weltweit, um Patienten bei Arthrosebeschwerden die Mobilität und Lebensqualität wiederherzustellen und den Arthroseschmerz zu behandeln. Die Primärendoprothetik kann nach Unfallverletzungen jedoch herausfordernd werden, wenn es zu Knochenverlust gekommen ist, Fehlstellungen eine Rolle spielen, die Weichteildeckung problematisch ist und möglicherweise bereits Wundheilungsstörungen oder Infekte der Weichteile und/oder Knochens bestanden. Im Vorfeld ist daher abzuwägen, welche Implantate möglich sind. Patient und Arzt müssen die Optionen miteinander besprechen und die weiteren Therapieschritte planen. 

Beispiele für komplexere Versorgungen sind Hüftendoprothesen nach Beckenfrakturen oder Knieendoprothesen nach Schienbeinkopfbrüchen und Fehlstellungen oder Instabilitäten. 

Die Auswahl der möglichen Implantate richtet sich immer nach den individuellen Gegebenheiten. Die Planung des Gelenkersatzes nimmt einen hohen Stellenwert ein und erfolgt immer vor dem operativen Eingriff. Bestehen Zweifel, ob die verfügbaren Endoprothesen ausreichen, werden Spezialimplantate angefordert. Im Einzelfall müssen auch extra Prothesen angefertigt werden, sogenannte Individualprothesen, die an Hand von dreidimensionalen Schnittbildern geplant und produziert werden. 

 Revisionsendoprothetik

Die Revisionsendoprothetik bedeutet der teilweise oder komplette Austausch von Knie- oder Hüftgelenksprothesen. Die Revisionsendoprothetik gewinnt an Bedeutung. Ursachen sind die steigende Zahlen künstlicher Gelenke und die Altersentwicklung der Bevölkerung. 

Überschreiten Hüft- und Kniegelenke die durchschnittlichen Standzeiten von 15-20 Jahren, so können Verschleiß und Lockerung der Implantate erneut Beschwerden bereiten. Der Verschleiß und die Lockerung erfordert meist den Teil- oder Komplettaustausch der Prothese. 

Neben der Lockerung spielen aber auch Stürze und Prothesen-nahe Brüche eine zunehmende Rolle. Spezielle Implantate ermöglichen eine zügige und vollständige Wiederherstellung der Funktion. 

Eine schwerwiegende Komplikation ist die Infektion der Prothese. Der Infektnachweis der Prothese ist eine schwerwiegende Komplikation für den Patienten. Wichtig ist die frühzeitige und gezielte Behandlung des Infektes und aller Begleiterkrankungen des Patienten. Häufig spielen Immunschwäche, Diabetes, arterielle Verschlusskrankheit und vieles mehr eine wichtige Rolle in der Therapie. Daher ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den Abteilungen der Septischen und Rekonstruktiven Chirurgie, Plastischen Chirurgie und Inneren Medizin etc. so wichtig. Ziel ist immer die Wiederherstellung der Gelenkfunktion und die Sanierung des Infektes.