Brain Check

Brain Check

Das Schädel-Hirn-Trauma (SHT) gehört zu den häufigsten Verletzungen nach Arbeits- und Wegeunfällen. Die Komplexität des Verletzungsmusters stellt hohe Anforderungen an Diagnostik und Therapie. Gerade leichte Schädel-Hirn-Traumata stellen ein hohes Risiko dar, wenn nicht offensichtliche neurologische Verletzungen nicht rechtzeitig erkannt werden und unbehandelt bleiben. Eine optimale und nachhaltige Rehabilitation der Patienten kann nur sichergestellt werden, wenn eine äußerst präzise und umfassende Diagnostik erfolgt. Aus diesem Grund ist Brain Check entwickelt worden. Die Evaluation mittels systematischer neuropsychologischer, psychiatrischer und psychotraumatologischer Tests ermöglicht ein Diagnostikverfahren, das die Therapie und somit das Behandlungsergebnis entscheidend optimiert.

 Vorteile durch Brain Check
  • Überprüfung der Rehabilitationsergebnisse von BG-fremden Kliniken
  • Feststellung relevanter neurologischer Defizite
  • Rechtzeitige Einleitung stationärer Reha-Maßnahmen
  • Reduktion der Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE)
  • Frühzeitige interdisziplinäre Gesamtbeurteilung des Versicherten
  • Abgrenzung organischer und psychischer Ursachen
  • Abgrenzung von Unfallursachen und unfallunabhängigen Symptomen
 Diagnostisches Modul "Brain Check"

Hinsichtlich persistierender Beschwerden oder anhaltender Arbeitsunfähigkeit nach leichter Schädel-Hirn-Verletzung kann nach einem Zeitraum von mehr als 3 Monaten eine Vorstellung in einer Berufsgenossenschaftlichen Neurotraumatologischen Sprechstunde veranlasst werden, da reguläre stationäre Diagnoseverfahren insbesondere bei Schädel-Hirn-Traumata ersten Grades häufig ungenügend beurteilt werden.

Häufig kommen die entsprechenden Folgen wie z.B. Hinweise auf kognitive Störungen, abnorme Verhaltensmuster, vegetative Beschwerden oder psychotraumatologische Auffälligkeiten nicht entsprechend zur Darstellung, so dass bei verzögerter Intervention die Gefahr der Chronifizierung von Symtomen mit ggfs. erheblichen Problemen der sozialen und beruflichen Reintegration besteht, zudem in der Folge MdE-relevante Einschränkungen der Arbeitsfähigeit drohen.

Zu diesem Zweck bieten die Neurozentren der Berufsgenossenschaftlichen Kliniken das Programm “Brain Check“ an, welches im Unfallkrankenhaus Berlin entwickelt und in der dortigen klinischen Praxis hinsichtlich der Effektivität bereits hinreichend evaluiert wurde.

Zum praktischen Vorgehen lässt sich feststellen, dass , wenn sich entsprechende Auffälligkeiten in der Patientenführung zeigen, Versicherte mit leichtem SHT und deren Angehörige bzw. der behandelnde Arzt drei Monate nach dem Unfall einen vom verantwortlichen Sachbearbeiter der Berufsgenossenschaft zugesandten Fragebogen zur Ermittlung verbliebener klinischer Symptome und möglicher Folgen für Beruf und Privatleben beantworten (siehe Downloadmöglichkeit im rechten Rand). Bei entsprechenden Befunden kann dann anschließend durch Übersendung der Bögen sowie der Patientenunterlagen an die Neurotraumatologische Sprechstunde der BGU Murnau eine diesbezügliche Prüfung des Falles erfolgen, worauf gegebenenfalls eine ambulante Vorstellung zur Heilverfahrenskontrolle in die Wege geleitet wird.

Sofern erforderlich, erfolgt dann nach Rücksprache eine komplexe Überprüfung im Rahmen eines bis zu 10-tägigen stationären Aufenthaltes, dem sogenannten „Brain Check“.

Den Abschluß des Verfahrens bildet das gemeinsame BG-Gespräch vor Ort mit dem Versicherten, dem BG-Rehamanager und den klinischen Kollegen.

 Leistungsangebot

Radiologische Untersuchungen:

  • MRT (Magnetresonanztomographie mit Gefäßdarstellung der hirnversorgenden Arterien)
  • CCT (Craniale Computertomographie)

Elektrophysiologische Untersuchungen:

  • EEG (Elektroenzephalographie)
  • SEP (Somatisch evozierte Potenziale)
  • VEP (Visuell evozierte Potenziale)
  • FAEP (Akustisch evozierte Potenziale)
  • EMG (Elektromyographie), ENG (Elektroneurografie)
  • MEP (Motorisch evozierte Potenziale)
  • Neuropsychologische Untersuchungen

Psychotraumatologische Konsultationen

Psychiatrische Konsultationen

Patientenzentrierte ergänzende Evaluationen:

  • Physiotherapie
  • Ergotherapie
  • Logopädie
  • Neurolinguistik
  • Konsultation Sozialarbeiter
  • Konsultation anderer klinischer Fachrichtungen

In Kooperation mit dem verantwortlichen BG-Reha-Management steht die Analyse der körperlichen und psychischen Leistungs- und Arbeitsfähigkeit im Vordergrund der Diagnostik. Weitere zusätzliche Aspekte beinhalten ggfs. die Differenzierung unfallbedingter und unfallunabhängiger Faktoren.

Am Ende des Prozesses resultiert hieraus die Bestimmung der therapeutischen und organisatorischen Möglichkeiten zur Reintegration des Versicherten in den Arbeitsprozess.

 Neurotraumatologische Sprechstunde
Neurotraumatologische Sprechstunde für die gesetzliche Unfallversicherung Leitender Arzt Dr. Marc Schaan
Oberärztin Dr. Katharina Wolf
Mittwoch 9:30 - 13:00 Uhr sowie nach Vereinbarung
Sekretariat:
Elke Raudszus
  08841 48-2294   08841 48-2116   elke.raudszus(at)bgu-murnau.de

  Leitender Arzt Neurorehabilitation

Dr. Marc Schaan

Sekretariat :
Elke Raudszus

  08841 48-2851   08841 48-2854 elke.raudszus@bgu-murnau.de   V-Card Dr. Marc Schaan

  Brain Check Downloads

Fragebogen Brain Check (pdf)